Mit der Philips Hue Play Floor Stehlampe hat Signify kürzlich eine neue Stehlampe in zwei verschiedenen Größen auf den Markt gebracht. Damit muss sie sich mit der schon länger auf dem Markt befindlichen Hue Gradient Signe Stehleuchte vergleichen, die preislich in einer ganz anderen Liga spielt.
Hohe Preise sind wir bei Hue ja gewöhnt, aber rechtfertigt die große Preisdifferenz überhaupt noch die Existenz der Gradient Signe? Seit der offiziellen Marktvorstellung werde ich fast täglich gefragt, welche Vor- und Nachteile die Hue Play Floor Serie hat und was überhaupt die genauen Unterschiede zur Hue Gradient Signe Stehleuchte sind.
Das Ergebnis hat mich am Ende dann doch ziemlich überrascht, denn die Unterschiede fallen deutlich kleiner aus, als ich erwartet hätte. Vorweg noch ein Hinweis, denn die Hue Play Floor Stehleuchte wird in zwei verschiedenen Größen verkauft. In meinem Test habe ich die „kompakte“-Variante mit 940 Lumen und 122,5 Zentimetern ausprobiert.
Der Preisunterschied
Direkt am Anfang ein Blick auf den Preis. Die Hue Gradient Signe Stehleuchte liegt laut Hue bei einem Listenpreis von 329,99 Euro. Die Hue Play Floor Stehleuchte wurde mit einem Preis von 139,99 Euro (122,5 Zentimeter) und 149,99 Euro (135 Zentimeter) eingeführt. Da hilft es auch nicht wirklich, dass die Gradient Signe derzeit für rund 230 Euro gehandelt wird (Stand Juli 2026).
Sukzessive werden die Preise der Play Floor Serie weiter sinken, sodass sich der anfängliche Preisunterschied nach und nach wieder ausgleicht. Prozentual ergibt sich dadurch fast immer eine Differenz zwischen 53 und 64 Prozent.
Die Helligkeit im Vergleich
Der wohl größte Unterschied auf dem Papier ist die Helligkeit, die bei allen drei Leuchten unterschiedlich ausfällt. Die Hue Gradient Signe kommt auf bis zu 2.550 Lumen, die Play Floor kompakt landet bei 925 Lumen und die größte Floor Stehleuchte erreicht 1.040 Lumen. Diese Werte beziehen sich ausschließlich auf eine Farbtemperatur von 4.000 Kelvin und stellen die jeweils maximale Helligkeit dar. Dies entspricht einem eher neutralweißen Licht, das bei einer Ambient-Beleuchtung vermutlich eher selten zum Einsatz kommt.
Im direkten Vergleich fällt auch tatsächlich ein Unterschied auf: Die Gradient Signe ist in diesem Kelvinbereich ungefähr 25 Prozent heller. Rechtfertigt das den höheren Preis? Wohl nicht. Ähnlich sieht es bei den anderen Weißtönen und im Farbbereich aus. Dort ist der Unterschied sogar noch kleiner und schon fast nicht mehr sichtbar.
Speziell im Gradient-Bereich kommt die Hue Play Stehleuchte fast auf die gleichen Lumenwerte wie die eigentlich deutlich stärkere Hue Signe Stehleuchte. Ein weiterer Punkt ist mir dann ebenfalls noch aufgefallen: Die ansteuernden Segmente sind deutlich kleiner und somit werden die Farbverläufe auch etwas weicher. In Zahlen ausgedrückt sind es 10 bei der Gradient Signe und 20 beziehungsweise 18 Segmente bei der Hue Floor Serie.

Material und Verarbeitung
Wenn man die Hue Signe und Hue Play Floor Stehleuchten aus der Entfernung miteinander vergleicht, wird auf den ersten Blick kein Unterschied in der Verarbeitung oder Materialauswahl sichtbar. Erst bei genauerem Hinsehen fallen Unterschiede auf. Während die Hue Signe aus einem Aluminium-Korpus besteht, ist die Hue Play Stehleuchte komplett aus Plastik.
Gleichzeitig ist der Trafo in das Netzteil gewandert und befindet sich somit nicht mehr direkt im Korpus. Dadurch wirkt das Netzteil deutlich klobiger als es bei der Signe der Fall ist. Egal, für welches Modell ihr euch entscheidet, beide Varianten werden in einem Stück geliefert und müssen nicht zusammengebaut werden. Dies ist beispielsweise bei Govee der Fall.

Der eigentliche Leuchtstab mit dem verbauten Lightstrip unterscheidet sich wiederum fast gar nicht. Beide sind 21 Millimeter im Durchmesser, man könnte sogar fast meinen, es handelt sich um die identischen Bauteile. Eins müsst ihr allerdings hinnehmen, denn die Hue Play Floor Serie gibt es bisher nur als schwarze Variante.
Das Fazit: Was ich euch empfehle
Seit mittlerweile 13 Jahren nutze ich Philips Hue zu Hause und mittlerweile auch im Büro. Daher war ich auch sehr gespannt, ob die Hue Play Floor Serie überhaupt die hohen Ansprüche der Hue-Nutzer erfüllen kann. Nach mehreren Tagen im direkten Vergleich fällt mein Urteil überraschend eindeutig aus. Ohne Frage ist die Hue Gradient Signe mit ihrem Aluminiumsockel, der besseren Verarbeitung und der höheren Lumenanzahl nach wie vor das Premium-Produkt von Hue.
Schaut man allerdings ausschließlich auf die Lichtqualität und den letztendlichen Einsatzzweck, gepaart mit dem Preis, fällt der Abstand deutlich geringer aus als erwartet. Genau deshalb wird es für die Hue Gradient Signe künftig deutlich schwerer, ihren hohen Preis zu rechtfertigen. Die kaum sichtbaren Unterschiede im Farbbereich und bei den Gradient-Effekten unterstreichen diese Einschätzung zusätzlich.
Einzig die Tatsache, dass die Hue Gradient Signe auch in Weiß angeboten wird und die Hue Play Serie bisher ausschließlich in Schwarz, spricht für das teure Modell. Würde ich jetzt gefragt werden, würde meine Wahl wohl auf die Hue Play Floor Stehleuchte fallen. Nur wer auf die Materialauswahl, Helligkeit und das Premium-Gefühl besteht, sollte zur Gradient Signe greifen.

