The Verge hat mal wieder einen Bericht zur Ikea-Matter-Problematik veröffentlicht, mittlerweile der zweite in kürzester Zeit. Im Grunde geht es, genau wie bei dem ersten Beitrag, darum, dass Ikea-Produkte sich nicht oder nur schwer mit dem eigenen Netzwerk verbinden. Darüber hatte ich selbst kürzlich berichtet.
Mit dem Bewegungsmelder Myggspray und der Bilresa-Fernbedienung werden sogar zwei Produkte ganz besonders hervorgehoben. Zahlreiche Verbindungsabbrüche und Zeitüberschreitungen treten hier wohl regelmäßig auf, dies wird auch in diversen Berichten bei Reddit bestätigt.
Ikea hatte daraufhin ziemlich schnell reagiert und erst kürzlich ein Update herausgebracht, das im Kern bei allen Produkten für Verbesserungen sorgen sollte. Zudem kamen von Ikea gleich mehrere Workarounds und Tipps heraus, wie man bekannte Probleme umgehen kann bzw. wie ein Matter-Reset möglich ist.
Was viele aber vielleicht nicht wissen: Ikea alleine kann den Standard nicht revolutionieren. Das Problem steckt einfach tiefer im Protokoll, denn Matter sollte eigentlich die zersplitterte Smart-Home-Landschaft vereinheitlichen. Stattdessen verfolgen Google, Apple und Amazon weiterhin ihre eigenen Interessen und das Ergebnis sind genau solche Probleme.
Die Connectivity Standards Alliance ist in der Verantwortung
Hinzu kommt, dass ein Thread-Border-Router benötigt wird und wer mehrere auf einmal in seinem Zuhause nutzt, kann unter Umständen genau solche Probleme verursachen. Für mich ist aber nicht Ikea schuld, denn es ist der erste Hersteller, der wirklich preiswerte Matter-Geräte für den breiten Markt anbietet. Dass es gerade zum Start noch zu kleineren Fehlern oder Verbindungsabbrüchen kommen kann, ist völlig normal.
Vielmehr sehe ich die ganze Connectivity Standards Alliance (CSA) in der Verantwortung, für bessere Vorgaben und Regeln zu sorgen, sodass Produkte verschiedener Hersteller noch besser miteinander harmonieren. Der Matter-Standard ist einfach noch nicht so ausgereift, wie er sein soll, das sieht man auch daran, dass viele Funktionen trotzdem nur über die herstellereigene App möglich sind. Wie zum Beispiel ein Farbverlauf oder spezielle Einstellungen.
Daher finde ich den Titel bei The Verge auch etwas übertrieben: „Ikea wollte ein Smart Home für jedermann schaffen – hier ist der Grund, warum das noch nicht funktioniert.“ Im Kern haben sie natürlich recht, denn Produkte müssen einfach funktionieren, aber auch andere Hersteller sind noch in der Entwicklungsphase – das sollte immer bedacht werden.



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„Dass es gerade zum Start noch zu kleineren Fehlern oder Verbindungsabbrüchen kommen kann, ist völlig normal.“
„„Ikea wollte ein Smart Home für jedermann schaffen – hier ist der Grund, warum das noch nicht funktioniert.“ Im Kern haben sie natürlich recht, denn Produkte müssen einfach funktionieren, aber auch andere Hersteller sind noch in der Entwicklungsphase – das sollte immer bedacht werden.“
Aber genau das ist der Grund, warum eigentlich gute Dinge oft am Markt scheitern. Die Leute wollen fertig entwickelte, zuverlässige und fehlerfreie Produkte kaufen. Wenn solche „Bananen“ erst beim Kunden reifen, führt das zu Ärger und Frust und dann kaufen die Verbraucher beim nächsten Mal etwas anderes.
Zumindest das, was bei einer Sache als Eigenschaft integriert ist, sollte dann auch ohne wenn und aber funktionieren! Gerade wenn es eine große und bekannte Marke ist, darf es nicht so sein, wie es momentan läuft. Wenn bei hue etwas noch nicht soweit geht, dass noch häufig Fehler auftreten, wird es in der Regel nicht freigeschaltet. Da sollte sich die Konkurrenz ruhig ein Beispiel nehmen.