In meinem Freundeskreis nutzen mittlerweile fast alle ein smartes Türschloss und auch bei mir stand der Umstieg jahrelang ganz oben auf der Wunschliste. Egal ob per Smartphone, Fingerabdruck oder PIN, die Möglichkeiten, eine Tür zu öffnen, sind heute so vielfältig wie nie. Entsprechend groß ist mittlerweile auch die Auswahl an smarten Türschlössern.
Seit einigen Tagen nutze ich nun das Nuki Smart Lock Pro (5. Generation) zusammen mit dem Keypad 2.0 und ein wenig ärgere ich mich schon, dass ich nicht schon früher umgestiegen bin. Zwar fehlt noch etwas Vertrauen in die Technik, aber die letzten Tage haben schon mal gezeigt, wie komfortabel so ein smartes Türschloss ist. Dank Fingerabdrucksensor wird die Tür innerhalb weniger Sekunden geöffnet.

Die Installation
Genau dieser Part hat eigentlich überhaupt erst dafür gesorgt, dass ich den Kauf immer wieder aufgeschoben habe. Im Lieferumfang sind zwei verschiedene Montageplatten enthalten, bei mir ist Bohren aber nicht möglich und beim Kleben war ich mir unsicher, ob die schmale Aluminium-Blende genügend Fläche bietet. Zudem ist mein Schloss nicht zentriert und das Nuki Smart Lock muss faktisch ein paar Millimeter weiter unten sitzen.
Es gibt noch die Möglichkeit, die Smart-Lock-Halterung per seitlichen Schrauben direkt am Schloss zu fixieren. Dafür muss dieses aber mindestens drei Millimeter herausragen, was bei mir nicht wirklich gegeben war. Zudem drücken die Stifte in das Metall, wodurch Einkerbungen entstehen können, was bei einer Mietwohnung bedacht werden sollte. Dazu kam noch, dass mein Schlüssel deutlich länger als die erlaubte Maximallänge ist. 
Daher habe ich mir von einem Freund eine entsprechende Halterung konstruieren lassen, mit der ich das Schloss weiter unten anbringen kann und gleichzeitig mehr Klebefläche genutzt wird. Konstruktionstechnisch kann sich die Halterung auf jeden Fall sehen lassen, designtechnisch würde ich jetzt im Nachgang noch zwei Kleinigkeiten anpassen. In 99 Prozent der Fälle passt aber mindestens eine der mitgelieferten Montageplatten, entweder geklebt, gebohrt oder mit seitlichen Spitzschrauben.
Die Einrichtung
Im Anschluss ging es an die Einrichtung, dazu benötigt man die Nuki App und das Smart Lock muss natürlich geladen sein. Die App führt schrittweise durch die Konfiguration und fragt einige Sachen ab. Ein großer Vorteil des Nuki Smart Lock Pro: Es kann direkt mit eurem WLAN verbunden werden und lässt sich so auch aus der Ferne steuern. In der App gibt es zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, auf die ich nicht komplett eingehen kann.
Unter anderem könnt ihr verschiedene Nutzer anlegen oder einen Nachtmodus einstellen. Dadurch schließt das Schloss automatisch zu einer festgelegten Uhrzeit ab, geht in den „Gentle-Mode“ (langsamer und leiser) und aktiviert automatisch den Energiesparmodus. Ziemlich praktisch, so ist immer sichergestellt, dass die Tür in der Nacht verschlossen ist.

Zu meinem Set gehört außerdem das Nuki Keypad 2.0, das im Außenbereich neben oder auf der Haustür montiert wird. Die komplette Einrichtung dauert nur wenige Minuten und anschließend könnt ihr bis zu 20 Fingerabdrücke sowie mehrere PIN-Codes hinterlegen. Gerade wenn ich mit dem Einkauf oder Paketen nach Hause komme, muss ich weder nach meinem Schlüssel noch nach dem Smartphone suchen. Ein Finger auf den Sensor genügt und die Haustür entriegelt innerhalb weniger Sekunden.
Mit Philips Hue verbinden
Eine weitere Stärke spielt das Nuki Smart Lock im Smart Home aus. Es dient nicht nur zum Öffnen der Haustür, sondern kann gleichzeitig auch Automationen auslösen. Dies passiert nicht in der Nuki App selbst, sondern über Drittanbieter wie Amazon Alexa oder Apple Home. Dank vorgefertigter Skills in Alexa ist dies super schnell erledigt, alternativ geht es auch über Matter.

Meine aktuelle Automation ist zwar simpel, aber effektiv: Sobald das Schloss ab 22:00 Uhr aufgeschlossen wird, gehen im Flur alle Lichter auf rund 20 Prozent Helligkeit an. Natürlich könnte ich dies auch mit einem Bewegungssensor direkt in Hue automatisieren, aber dank des Schlosses ist das Licht sogar schon ein paar Sekunden vorher an.
Dabei handelt es sich nur um eine von vielen Möglichkeiten. Genauso denkbar wäre es, beim Abschließen automatisch sämtliche Philips Hue Lampen auszuschalten, bestimmte Geräte anzusteuern oder weitere Smart-Home-Automatisierungen auszulösen. Genau diese Kombination aus Zutrittskontrolle und intelligenter Hausautomation macht das Nuki Smart Lock Pro für mich so interessant.
Mein Fazit
Anfangs war ich etwas skeptisch, mittlerweile bin nicht nur ich überzeugt, sondern auch meine Mitbewohnenden. Die Installation war unkompliziert, die Einrichtung schnell erledigt und die App hat alle Funktionen, die ich bei einem Türschloss erwarten würde. Einzig der eigentliche Schließvorgang ist jetzt hörbar und daran muss man sich erst mal gewöhnen. Zwar arbeitet das Nuki im langsamen Modus vergleichsweise leise, dennoch hört man im Vergleich zum manuellen Schließvorgang einen deutlichen Unterschied. Einen weiteren Pluspunkt sammelt das Nuki mit dem magnetischen Ladekabel, welches unten am Schloss angesteckt wird.
Preislich ist das Nuki Smart Lock Pro mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 269 Euro sicherlich kein Schnäppchen. Wer nicht auf den Komfort des Fingerabdrucksensors verzichten möchte, muss zusätzlich noch 159 Euro für das Keypad 2.0 oder 179 Euro für die zusätzliche NFC-Funktion ausgeben. Insgesamt landet man damit schnell bei rund 430 Euro und mehr, dafür erhält man aber auch eines der derzeit besten und komfortabelsten Smart Locks auf dem Markt.
Ehrlicherweise muss ich aber auch sagen, dass es das erste Smart Lock ist, welches ich nutze und daher ein Vergleich mit anderen Anbietern auf jeden Fall noch interessant wäre. Stand jetzt würde ich es jedem empfehlen und wenn ich mir so meine Freunde anschaue, wird sich daran auch nichts ändern. Wenn ihr vorher selbst testen wollt, ob ein Smart Lock von Nuki bei euch passt, dann geht einfach kurz durch diesen Kompatibilitäts-Check.
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